aus: "Tag des Herrn" Nr. 25, vom 22. Juni 2014, S 13:

 

 

 

 

Willi Siegmund

Der Priester, der aus Sankt Marien Meerane hervorging

Schon im Sudetenland verspürte Willi Siegmund den Wunsch, Priester zu werden. Diesen Gedanken äußerte er vor seiner Mutter und dem Heimatpfarrer. Die Ereignisse am Kriegsende und die nachfolgende Vertreibung hielten ihn nicht davon ab. In Meerane angekommen, besuchte er die Schule. Seine Mutter fand hier in einer Weberei Arbeit. Pater Gregor Foremny OFM, der damalige Pfarrer von Sankt Marien Meerane begleitete den jungen Willi Siegmund und wird ihm bestimmt ein guter Pfarrer und Berater gewesen sein.    

Da der Wunsch Priester zu werden , in der DDR kaum realisierbar schien, machte er sich mit 15 Jahren alleine auf den Weg, überquerte heimlich die Ostgrenze und kam nach Königstein, wo für junge Menschen aus den Ostgebieten eine Ausbildungsstätte für den geistlichen Beruf aufgebaut wurde.

Königstein wurde für ihn ein Stück Heimat, zumal er seine Familie zunächst in Sachsen zurücklassen mußte. Hier begann mit dem Theologiestudium sein priesterlicher Weg, der sein Leben lang im Bistum Limburg verlaufen sollte.

 

Pfarrer Siegmund ist der bisher einzige Priester, der unmittelbar aus unserer Gemeinde hervorging. Er hielt ständigen Kontakt nach Meerane und kam auch auf Besuch. Zu unserem 40. Kirchweihjubiläum im Oktober 2009 war er natürlich herzlich mit eingeladen, konnte aber aus gesundheitlichen Gründen schon nicht mehr die Reise antreten.

RIP

 

Wolfgang Geier

für den Pfarrgemeinderat.

 

 

 

Klemens Niermann

Der große Gönner von Sankt Marien Meerane

 

Ein Weggefährte von Pater Haußmann SJ, über den in zahlreichen Internetseiten nachzulesen ist und der damals Kontakte in die DDR, Polen, Weißrußland und die CSSR unterhielt, ist Pfarrer Klemens Niermann.

Durch seine Verbindungen konnte er über die Gemeinden vielen Menschen helfen. Für den Schriftsteller und Regisseur Einar Schleef wurde er sogar 1977 zum Fluchthelfer in den Westen. Zwei Genies hätte es in Deutschland gegeben, Fassbinder im Westen, Schleef im Osten wurde einmal geurteilt. Die Fluchthilfe für Schleefs Verlobte brachte Pfarrer Niermann Einzelhaft in Neustrelitz ein, bis er freigekauft wurde.

Er verstarb 2007 in Ibbenbüren.

Vor 1994 schrieb Pfarrer Klemens Niermann in unserer Festschrift:

Als Theologiestudent kam ich 1955 in einem Praktikum nach Meerane und lernte Pater Dr. Dr. Haußmann kennen. Er beeindruckte mich tief. Als junger Theologiestudent suchte ich nach Vorbildern, die mein eigenes Priesterleben prägen konnten. So ein Vorbild wurde für mich Pater Haußmann. Mich beeindruckte nicht so sehr seine enorme theologische Bildung – er hatte in zwei theologischen Disziplinen den Doktorhut erworben- (und keiner hat es in der Gemeinde gewußt! Anmerkung des Autors), mich beeindruckte vor allem sein totaler Einsatz als Pfarrer einer armen und kleinen Diasporagemeinde. Persönlich lebte er sehr einfach, auch für damalige Verhältnisse äußerst bedürfnislos. Er kam mir vor wie die zweite Ausgabe des „heiligen Pfarrers von Ars“ Ein strenger Asket, der keineswegs mürrisch oder unzufrieden wirkte. In den folgenden Jahren war ich öfter in Meerane zur Vertretung. Ich habe den Aufbau der Kirche miterlebt, war auch zur Einweihung eingeladen und durfte beim goldenen Priesterjubiläum von Pater Haußmann die Festpredigt halten. Mit so einem „Heiligen“ zusammenzuleben ist natürlich nicht immer leicht. Ecken und Kanten und ein oft schwieriger Charakter werden einem „Heiligen“ ja nicht durch seine Frömmigkeit oder durch die Priesterweihe genommen. Aber ich nahm solche Eigenarten gern an, weil seine tiefe und ungekünstelte Frömmigkeit und Liebe zur Gemeinde auf mich Eindruck machten. Bei allen Schwierigkeiten brach beim Pater Haußmann immer wieder sein Witz und sein fröhlicher Humor durch. Gerne erzählte er, wie er wieder einmal die staatlichen Behörden hinters Licht geführt hatte. Schließlich hat er mich angestiftet, für die damalige Behörde ungesetzliche Dinge zu tun, und wir haben nicht wenig darüber gelacht. So überlegten wir an einem langen Abend, wie wir für die neue Kirche eine Madonna, einen Tabernakel, Glocken und andere sakrale Gegenstände aus dem Westen herüberbringen könnten. Eine Einfuhrgenehmigung war für solche frommen Sachen nicht zu bekommen, sie mußten geschmuggelt werden, was dann auch gemacht wurde (Anmerkung des Autors: über Westberlin wurden z.B. zwei Glocken mit einer Größe von 65 cm und 55 cm in die DDR eingeführt, zwei Glöckchen mit 6,5 cm und 5,5 cm ausgeführt. Ein eingefügtes Komma hat es ermöglicht!).

Pater Haußmanns Bild hängt noch immer über meinem Schreibtisch, daneben ein Spruch, den er mir öfters sagte: „Ein Priester soll sich nicht an die weißgedeckten Tische der Reichen setzen.“      

 

Wolfgang Geier

für den Pfarrgemeinderat

 

Altarweihe am 18.10.1969 (vorn von links: Pater Haußmann, Bischof Otto, Pfr. Niermann)

Hier finden Sie uns:

 

Pfarrbüro

 

   Pfarrer

   Clemens

   Baumert

 

Am Rotenberg 81

08393 Meerane

Tel.: 03764/2984

 

Kirche:

Am Rotenberg/

Ecke Kleine Augasse 15

 

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Aktuelles

Einladung

zum Krippenspiel 2017

Das Team der Krippenspieler freut sich auf Euer Kommen zum diesjährigen Krippenspiel am 1. Weihnachtsfeiertag, Montag, 25.12.2017, 9:30 Uhr. Wir wollen mit Euch die Verkündigung der Weihnachtsbotschaft hören.

Seit 20 Jahren ist Pfarrer Clemens Baumert Pfarrer von Sankt Marien Meerane

siehe: aktuelle Information

 

Der Katholikenrat und Thomas Kratzmann treffen sich am 23.10.2017 mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich

siehe: Aktuelle Information,

www.bistum-dresden-meissen.de

Bischof Heinrich Timmerevers -

seit einem Jahr Bischof von Dresden - Meißen:

St. Marien Meerane mit Pfr. Clemens Baumert

gratuliert herzlich und wünscht Gottes Segen

siehe: Geistl. Wort

 


 

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